Von der Psyche zum Immunsystem – ein Interview mit Dr. Clemens Wülfing von der Universität Hamburg

Gepostet von

von Lina Dümmer, aktuell Psychologiestudentin an der Universität Hamburg, wechselt zum nächsten Wintersemeter zur Medizin

Bild: ZEISS Microscopy | Lizenz CC 2.0

Schon viele Jahrzehnte lang ist es in der Medizin Gang und Gebe, den Menschen nicht als Ganzes zu betrachten, sondern seine verschiedenen Organsysteme weitgehend voneinander getrennt zu untersuchen. So gibt es beispielsweise Neurologen, die sich mit dem menschlichen Nervensystem auskennen, Endokrinologen, die Experten unserer Hormone sind und Immunologen, die uns weiterhelfen, wenn unser Immunsystem einmal aus dem Gleichgewicht gerät. Und dann gibt es natürlich auch noch die Psychologen, die ihren Fokus auf das menschliche Verhalten und Empfinden gelegt haben, welches sich nicht mithilfe einer einfachen physiologischen Korrelate erklären lässt.

Doch ist es wirklich so sinnvoll, diese Teildisziplinen der Medizin einzeln zu betrachten, oder sollten wir nicht lieber versuchen, eine ganzheitlichen Blick auf den Menschen zu werfen? Forscher, die im Bereich der Psychoneuroendokrinoimmunologie, kurz PNEI, tätig sind halten genau das für notwendig, um zu verstehen, warum wir Menschen sind, wie wir sind. Clemens Wülfing, Biologe, Mediziner & Doktor an der Universität Hamburg, ist einer von ihnen. Er hat uns erklärt, wie Nerven-, Hormon- und Immunsystem miteinander kommunizieren und welche Relevanz das Verständnis dieser Zusammenhänge für das Verständnis des gesamten menschlichen Körpers und Geistes hat.

Disclaimer: Wenn wir auf konkrete wissenschaftliche Inhalte eingehen, ist bitte immer zu berücksichtigen, dass es für die getroffenen Aussagen zwar zumeist viele Belege gibt, diese jedoch bitte nie als alleingültige und in allen Einzelheiten bewiesene Wahrheit anzusehen sind. Gerade in unserer Zeit wird viel zu oft und viel zu schnell von bewiesenen Wahrheiten gesprochen und dies umso mehr, je größer die Zielgruppe der Medien ist. Leider zeigt sich selbiges auch immer mehr ungerechtfertigterweise in den Wissenschaften. Also, immer: Augen auf! und Dinge hinterfragen!

Hinweis: Dies ist eine gekürzte Fassung. Das vollständige Interview findet ihr hier.

Lina: Herr Wülfing, was genau ist die Psychoneuroendokrinoimmunologie überhaupt?

Dr. Clemens Wülfing: „Psychoneuroendokrinoimmunologie“ ist zunächst einmal eine Wort-Kreation meinerseits, die im Rahmen der Suche nach einem Titel für eine Lehrveranstaltung an der Universität Hamburg entstanden ist.

Tatsächlich sind die Inhalte neben klassischen Grundlagenthemen der Neurobiologie und Immunologie vor allem dem Fachgebiet der Psychoneuroimmunologie zuzuordnen, welches sich mit diesem Oberbegriff in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher herausgebildet hat. Diese beschreibt die komplexen Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nervensystem und Immunsystem vor allem auf Basis einer bidirektionalen Kommunikation zwischen Nervensystem und Immunsystem. Daneben existieren jedoch nach wie vor viele andere Begriffe als Fachgebietsbezeichnungen, die sehr ähnliche Inhalte umfassen, Beispiele wären hier Psychoneuroendokrinologie, Psychoendokrinologie, Psychobiologie oder Psychoimmunologie.

Meine persönliche Meinung ist, dass man für ein umfassendes Verständnis der Zusammenhänge zwischen menschlicher Psychologie und allen biologischen Vorgängen im Körper alle nur möglichen Disziplinen berücksichtigen sollte. Und dies umfasst neben den Fachgebieten Psychologie, Neurobiologie und Immunologie natürlich auch das Endokrine System (welches die Wirkungen von Hormonen beschreibt). So kam es zu einer Ergänzung des klassischen Begriffs Psycho-neuro-immunologie um den Teil -endokrino-.

Lina: Wie sind Sie selbst zu diesem Forschungsgebiet gekommen?

Wülfing: Schon seit meinem Studium der Medizin und Biologie waren es diese beiden „Riesensysteme“, das Nervensystem und das Immunsystem, welche eine ungeheure Faszination auf mich ausgeübt haben, nicht nur aufgrund Ihrer überragenden Bedeutung für die menschliche Gesundheit, sondern auch wegen Ihrer Komplexität, vor der man eigentlich nur bewundernd und staunend ehrfürchtig den Hut ziehen muss.

Zunächst waren meine universitären Abschlussarbeiten sowie die Promotion noch im Bereich der Neuroonkologie (medizinischer Bereich der Hirntumore) angesiedelt, die Ergebnisse und das Wissen um das Glioblastom (der häufigste und leider gleichzeitig bösartigste Hirntumor) sind jedoch heute im Bereich der Tumorimmunologie-Themen sehr hilfreich.

Eine langfristige Entscheidung für eine der Fachdisziplinen Neurobiologie oder Immunologie wäre mir extrem schwergefallen, weshalb ich sehr froh bin, dass sich in 2015 die Chance zur Gründung einer eigenen Arbeitsgruppe geboten hat, in der wir uns auf ein Forschungsthema im Rahmen der Psychoneuroimmunologie fokussieren konnten.

Lina: Könnten Sie vielleicht ein Beispiel nennen, das verdeutlicht, wie „Körper & „Psyche“ zusammenspielen?

Wülfing: Zur Beantwortung dieser Frage nehmen wir ein Beispiel mit einer Situation, die jeden betrifft (schwere Erkältung), und ein Beispiel im Rahmen einer Krankheit, die ebenfalls gar nicht so selten auftritt (Depression). Und um das ganze abzurunden greifen wir danach noch einen evolutionären Gedanken auf.

Eine Erkältung betrifft jeden. Und vielleicht haben Sie auch schon einmal eine Version dieser Erkältung erlebt, bei der Sie das Gefühl hatten: „nichts geht mehr!“, oder: „ich will nur noch liegen und schlafen“, meist verbunden mit höherem Fieber, „Schüttelfrost“, Widerwillen, irgendetwas zu essen und anderen körperlichen Symptomen. Selbstverständlich, oder? Aber was steckt dahinter? Und genau hier landen wir bei der Psychoneuroimmunologie und dem Zusammenhang zwischen Körper und Psyche. Wir wissen heute, dass bei vielen akuten Krankheiten, vor allem infektiösen Erkrankungen die mit Entzündungsvorgängen einhergehen, bestimmte Botenstoffe vom Immunsystem ausgeschüttet werden. Vor allem die unmittelbar am Ort der Entzündung tätigen Immunzellen produzieren diese Botenstoffe (pro-inflammatorische Zytokine), welche dann insbesondere über den Blutkreislauf das Zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) erreichen. Dort lösen diese Botenstoffe in einem kleinen Bereich ihres Gehirns, dem Hypothalamus (ziemlich zentral gelegen etwa auf Höhe Ihrer Augen mitten im Kopf) nicht nur die Fieberreaktion aus, sondern auch viele weitere hochkomplexe Prozesse. Die Gesamtheit der in der Folge durch diese immunologischen Botenstoffe veränderten kognitiven Funktionen bezeichnet man heute als „Krankheitsverhalten“ (englisch: „sickness behavior“). Es ist unter anderem gekennzeichnet durch: Rückzug, Meidung von Sozialkontakten, verstärktem Schlafbedürfnis und vermindertem Appetit. Und all diese Veränderungen Ihres psychischen Zustandes dienen dazu, den Körper zur Ruhe zu bringen, Energie zu sparen und zu isolieren, so dass ihr Immunsystem optimal gegen die Krankheit arbeiten kann.

Und genau diese Symptome, die das „Krankheitsverhalten“ kennzeichnen, führen uns nun direkt zu unserem 2. Beispiel, der Depression. Eine Krankheit, die schon viele Jahrzehnte untersucht wird, die aber gerade im Zusammenhang mit der Psychoneuroimmunologie wieder in den Fokus rückt. Daher weiß man auch schon länger um die Veränderungen im Hormonhaushalt und bei den Neurotransmittern (Botenstoffe mit denen Nervenzellen im Gehirn kommunizieren), jedoch zeigen sich aktuell viele neue Zusammenhänge mit dem Immunsystem. Denn oft beobachtet man bei einer Depression einen chronisch erhöhten Cortisolspiegel, welcher eigentlich immunsuppressiv (die Immunreaktionen unterdrückend) wirken sollte, hier hingegen wohl gerade eben wegen dieser Chronizität zu einer Dysregulation des Immunsystems führt. In der Folge werden zwar bestimmte Immunreaktionen unterdrückt, gleichzeitig befindet sich der Körper aber insgesamt in einem chronischen „Entzündungsstatus“, der im Blut der Patienten anhand bestimmter Parameter, nämlich den pro-inflammatorischen Zytokinen (siehe weiter oben) messbar ist. Diese Vorgänge zusammen mit der damit verbundenen Dysregulation der Neurotransmittersysteme verdichten sich als eine mögliche Erklärung der Entstehung oder auch Folge von Depressionen immer mehr.

Und nun noch ein spannender evolutionärer Gedanke: In dem renommierten Journal „Nature Reviews Immunology“ hat der Autor Andrew H. Miller im Jahr 2016 in seinem Artikel zur Depression folgenden Erklärungsansatz vorgeschlagen: In der frühen Phase unserer menschlichen Entwicklung, zu Zeiten der Jäger und Sammler der Steinzeit waren wir immer schon mit psychischen Stressreaktionen konfrontiert, allerdings hatten diese damals zumeist einen lebensbedrohlichen Hintergrund z.B. durch gefährliche Tiere. So erscheint es durchaus sinnvoll, im Körper das Immunsystem „vorzubereiten“, um dann bei Verletzungen entsprechend schnell und umfangreich reagieren zu können. Dies bedeutet nichts anderes als eine verstärkte Ausschüttung der uns bereits bekannten pro-inflammatorischen Zytokine, um über dieses Signal alle notwendigen Immunzellen und Immunreaktionen vorbereitend einzuleiten, und damit einen „Entzündungsstatus“ des Körpers herzustellen. Jedoch nur vorübergehend, und dies ist nun entscheidend: Zu der damaligen Zeit war das Umfeld noch nicht hygienisch sauber wie heute, die Menschen und damit auch das Immunsystem waren ständig mit sogenannten minimal pathogenen (krankmachenden) Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilzen konfrontiert. Somit wurde das Immunsystem ständig „trainiert“ und daher mussten auch die so wichtigen immunregulatorischen Mechanismen alle Immunreaktionen ständig kontrollieren, so auch den eventuellen „Entzündungsstatus“ in Reaktion auf den psychischen Stress durch die Bedrohung.

Und heute? Heute fällt sowohl die Bedrohung durch gefährliche Tiere weg, als leider auch das ständige Training des Immunsystems da wir in hygienisch reiner Umgebung leben. Was bleibt, ist ein zunehmender Stress, manchmal chronisch und meistens ohne konkrete körperliche Bedrohung. Und ein Immunsystem, welches sich im Gegensatz dazu nur in evolutionären Zeitspannen verändern kann, mithin bis heute kaum, also auf Stress immer noch mit erhöhten Entzündungsparametern reagiert. Und diesem Entzündungsstatus fehlt nun die regulatorische Kontrolle, die aufgrund des fehlenden Trainings durch die Mikroorganismen nicht mehr gegeben ist. Folglich ist ganz schön viel durcheinander, was nach Ansicht von Miller ein Grund für die heute zu beobachtende Zunahme nicht nur an psychischen Erkrankungen wie Depression, sondern auch an körperlichen Erkrankungen wie Allergien oder Autoimmunerkrankungen sein könnte.

Lina: Stress betrifft uns ja alle & er spielt auch zur Zeit der Pandemie eine besonders große Rolle. Welchen Einfluss hat dieser Stress auf unser Immunsystem?

Wülfing: Diese Frage schließt gut an die vorherige Antwort an. Aber was ist denn eigentlich Stress? Versuchen wir eine einfache Einteilung: Teilen wir den Stress in „akut“ und „chronisch“, denn hier treten völlig unterschiedliche Wirkungen auf.

Akuter Stress wäre z.B. das vorangegangene Beispiel des Jägers, der durch ein gefährliches Tier bedroht wird. Oder eine wichtige Rede oder Prüfung, mit der Sie kurzfristig konfrontiert werden. Und allzu oft übersehen, sind auch physiologische Belastungen wie Sport als akuter Stress zu sehen. Allen akuten Stresssituationen gemeinsam ist nun die Aktivierung vor allem eines hormonellen Systems, welches durch verstärkte Adrenalin- und Noradrenalin-Ausschüttung gekennzeichnet ist. Ausgelöst wird dies durch den unbewussten, autonomen Teil Ihres Nervensystems, weswegen Sie auf Ihre Reaktion auch häufig wenig Einfluss ausüben können. Da Ihnen in der Regel nur „Angriff oder Flucht“ als Alternative für die akute Stressreaktion bleibt (gilt wohl oft auch für Prüfungssituationen) nennt man diese auch „fight oder flight“-Reaktion des Sympathikus (Diese Vorgänge haben nicht unbedingt immer negativen Einfluss auf das Immunsystem, sie können durchaus zu wichtigen Anpassungsvorgängen auf akute Belastungssituationen führen. Gerade bei moderaten sportlichen Belastungen zeigen sich viele positive Auswirkungen auf das Immunsystem.

Und chronischer Stress? Auch hier sind die denkbaren Auslöser sehr variabel: Von Misshandlungen in der Kindheit über Kriegstraumen und tödliche Krankheiten bis hin zu Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Schlaflosigkeit reichen die möglichen Beispiele. Und wieder spielt ein hormonelles System, jedoch ein völlig anderes System eine entscheidende Rolle, welches verzögert auch bei jeder akuten Stressreaktion einsetzt: Die Ausschüttung von Cortisol. Ebenfalls gesteuert durch ihr autonomes Nervensystem kommt es unter Stresseinwirkung zur verstärkten Ausschüttung von Cortisol, welches ebenfalls in fast allen Körperzellen Rezeptoren findet, dessen Wirkung allerdings aufgrund unterschiedlicher Mechanismen viel langsamer einsetzt als die von Adrenalin und Noradrenalin. Kommt es nun zu einer dauerhaften Erhöhung des Cortisolspiegels durch dauerhaft bestehende Stresssituationen scheinen die Körperzellen darauf zu reagieren, indem Sie einfach weniger Cortisol-Rezeptoren produzieren, und durch die dadurch fehlende Ansprechbarkeit auf dieses Hormon bezeichnen wir dies als Cortisol-Resistenz der Zellen bei chronischem Stress. Das allerdings hat im Immunsystem einen entscheidenden Nachteil: Die „natürlich vorgesehene“ regulatorische Funktion entfällt oder gerät zumindest aus dem Gleichgewicht, so dass wir bei Patienten mit chronischem Stress tatsächlich oft dauerhaft erhöhte Entzündungsparameter bestimmen können, wieder unsere pro-inflammatorischen Zytokine. Und neben vielen schädlichen Auswirkungen, die solch ein dereguliertes Immunsystem im Körper haben kann besteht hier ein durchaus interessanter Zusammenhang zur Depression

Insofern sollte man trotz aller „Stress-Anlässe“, die die Corona-Pandemie uns allen seit Monaten bietet wahrscheinlich besser gelassen damit umgehen, denn chronischer Stress „spielt dem Virus wahrscheinlich in die Hände“.

Lina: Welche Vorteile ergeben sich für den „Allgemeinbürger“ durch die Forschung in der Psychoneuroimmunologie? Woran wird gerade geforscht & welche Implikationen könnten sich durch die aktuelle Forschung in Zukunft ergeben?

Wülfing: Die Forschung innerhalb der Psychoneuroimmunologie ist enorm vielfältig und breit aufgestellt. Daher wage ich zu behaupten, dass fast jeder von uns ein Gebiet finden wird, welches ihn auch als Nicht-Wissenschaftler interessiert und aus dem er für sich wichtige Erkenntnisse ableiten kann. Das erste Beispiel ist die Forschung rund um die Zusammenhänge zwischen Immunsystem, Nervensystem und Mikrobiom. Immer deutlicher wird, welchen wichtigen Einfluss diese Populationen von Mikroorganismen auf unsere Gesundheit haben. Schon bei dem Geburtsvorgang entscheidet sich, ob das Neugeborene bei normaler Geburt das Mikrobiom der mütterlichen Scheidenflora „mitnimmt“, oder bei einem Kaiserschnitt eher Teile des Hautmikrobioms. Und im weiteren Verlauf ist scheinbar eine Konfrontation der Kinder mit Mikroorganismen der Natur entscheidend für die gesunde Entwicklung ihres Darm-Mikrobioms. Ein anderes Beispiel mit aktuellem Bezug zu unserer Zeit.

Fettleibigkeit. Wir wissen heute, dass Übergewicht einen chronischen Entzündungsstatus des Körpers zur Folge hat, mit allen damit verbundenen schädlichen Auswirkungen. Spannend hierbei ist die Frage, warum sich bestimmte Immunzellen gerade in Fettgewebe ansammeln, und dort verstärkt pro-inflammatorische Zytokine produzieren. Und die Vorzüge von moderaten sportlichen Herausforderungen haben wir weiter oben bereits diskutiert. Aber auch klassische psychologische Disziplinen halten Einzug, wie die Konditionierung.

Es gibt viele Hinweise darauf, dass man auch Immunreaktionen konditionieren kann, z.B. die Reaktion auf Krebsmedikamente wie Zytostatika. Sollten sich diese Hinweise aus Tierexperimenten bestätigen, könnte man durch solche Konditionierungen erreichen, dass Menschen z.B. eine geringere Medikamentendosis benötigen, weil Ihr Immunsystem auch durch andere – konditionierte Reize bereits ausreichend aktiviert werden kann.

Darüber hinaus gibt es Forschungsbereiche in Zusammenhang mit Schlafstörungen oder Alterungsprozessen, so dass sich ganz langsam ein allgemeines Schema zu formen scheint: Wann immer die Homöostase des Körpers durcheinandergerät, sei es durch ungesunde Verhaltensweisen wie wenig Schlaf oder Übergewicht oder durch körperliche beziehungsweise psychische Krankheiten, ist oft ein dereguliertes Immunsystem entweder die Ursache oder die Folge dieser Ereignisse. Und in den allermeisten Fällen äußert sich diese Deregulation in einer unterschwelligen Erhöhung von Entzündungsparametern, wahrscheinlich ähnlich zu betrachten, als ob Ihr Körper ständig mit kleinen Entzündungen konfrontiert ist. Und entsprechend vielfältig können langfristig die negativen Auswirkungen auf jeden Bereich Ihres Körpers sein. Und diese Erkenntnis betrifft jeden von uns, ob nun „Allgemeinbürger“ oder Psychoneuroimmunologe.

Man könnte es auch ganz einfach zusammenfassen: Vom Kindesalter bis ins hohe Alter sind viel Bewegung, vor allem draußen verbunden mit guter aber mäßiger Ernährung und herausfordernden aber stressreduzierten Aufgaben innerhalb eines stabilen sozialen und emotionalen Umfeldes wichtige Faktoren für körperliche und geistige Gesundheit. Leider verhindert unsere westliche Gesellschaft solch ein Leben allzu oft, trotzdem sollte man sich ab und zu vor Augen führen, dass die alten Weisheiten von Oma und Opa zwar oft langweilig klingen, langfristig jedoch viel Positives beinhalten.

Lina: Vielen Dank für Ihre Antworten.

Hinweis: Dies ist eine gekürzte Fassung. Das vollständige Interview findet ihr hier.


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