Good News – Was seit 2020 Positives passiert ist

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War früher wirklich alles besser oder oder verbreiten sich schlechte Nachrichten einfach besser als positive Botschaften? Dieser Frage ist Celina im letzten Artikel bereits nachgegangen, denn manchmal fühlt es sich so an, als wären wir umgeben von negativen Schlagzeilen. Auch bei Spotlight widmen wir uns Skandalen, diskutieren Hass und Gewalt aber dabei sollen auch positive Themen nicht zu kurz kommen, denn ja, die Liste von bedrückenden Umständen ist lang, aber es passiert auch viel Schönes jeden Tag. Was ist also seit Gründung des Blogs im Januar 2020 Fortschrittliches, Spektakuläres, Verblüffendes und Tolles passiert?

Mit der Corona Pandemie assoziieren die Wenigsten gute Nachrichten. Tatsächlich hat sie aber auch die ein oder andere Chance eröffnet. So wurde der erste mRNA Impfstoff entwickelt und die neue Technologie dürfte auch in anderen medizinischen Bereichen demnächst zum Einsatz kommen. Sie ist einer der Hoffnungsträger des letzten Jahres und Mediziner:innen versprechen sich zukünftig einen vielseitigen Einsatz der Technologie.

Perhaps the development that will have the most profound implications for future generations is the incredible advances in synthetic messenger RNA (mRNA) biotechnologies. The new mRNA technology […] is an epochal scientific and technical breakthrough. We are now coding for vaccines, and thanks to advances in science and industrial production, we can mass-produce them and figure out how to deliver them into our cells in a matter of months.

Zeynep Tufekci, The Atlantic

Die Pandemie hat außerdem wahnsinniges Engagement der Bevölkerung befeuert. Der 99-jährige britische Kriegsveteran Tom Moore ging mit seiner Spendenaktion unter dem #walkwithtom viral bei der er rund 28 Millionen Pfund (32 Millionen Euro) sammelte indem er in seinem Garten 100 Runden lief. Er hat viele erreicht sich für Solidarität und gegen Einsamkeit in der Pandemie einzusetzen. Dafür wurde er offiziell mit einem Ritterschlag ausgezeichnet und seine Aktion ist nur eine von vielen Initiativen, welche rund um den Globus von hilfsbereiten Menschen im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurden.

Positive Neuigkeiten aus dem letzten Jahr gibt es für Frauen und menstruierende Menschen in vielen Teilen der Welt. Der Sudan verbietet offiziell die weibliche Genitalverstümmelung und das neue Gesetz bringt Hoffnung für die über 80% der weiblichen Bevölkerung des Sudans die im Durschnitt Opfer der grausamen Praxis werden. Nebenbei machen „Period Poverty“ Initiativen auf das Problem der Versorgung mit Monatshygieneprodukten für ärmere Bevölkerungsteile aufmerksam. Neuseeland unternimmt erste Schritte und verabschiedet ein Programm im Rahmen dessen Menstruationsartikel kostenlos durch Schulen und private Organisationen verteilt werden sollen. Ende letzten Jahres gingSchottland noch weiter und legte gesetzlich fest, dass Hygieneprodukte wie Binden und Tampons kostenlos in öffentlichen Gebäuden bereit gestellt werden müssen. Deutschland senkt nach erfolgreicher Petition immerhin die Steuer auf Menstruationsprodukte.

Damit hört es mit fortschrittsverheißenden Entwicklungen 2020 aber noch lange nicht auf. In Nordirland findet die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit statt und Costa Rica legalisiert als erstes mittelamerikanisches Land die Ehe homosexueller Paare. Thailand bestätigt einen Gesetzesentwurf zur gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft welche auch die Adoption von Kindern erlaubt. Außerdem wird in vielen Ländern wie Albanien die sogenannte „Konversionstherapie“ verboten, welche Homosexualität als Erkrankung behandelt.

Der 20. Januar diesen Jahres ist ebenso ein guter Tag, zumindest für die USA und ihre Demokratie. Kamela Harris geht als erste weibliche Vizepräsidentin des Landes in die Geschichte ein und die Amtseinführung von Joe Biden bedeutet endlich einen Abschied von Donald Trump. Der Mauerbau an der Grenze wird gestoppt und Trumps rassistischer Kampagne „Quédate en México“ („Bleib in México“) setzt Biden ein Hilfsprogramm für El Salvador, Honduras und Guatemala entgegen.

Ganz andere, aber ebenso erfreuliche, Neuigkeiten gibt es auch aus der Landwirtschaft. Mit Glyphosat assoziieren wir erstmal wahrscheinlich nichts Gutes, aber im Mai diesen Jahres gibt es einen Grund zur Freude. Das Kabinett der Ministerien für Umweltschutz und Landwirtschaft einigt sich auf ein Verbot des Pflanzenschutzmittels ab 2023. Außerdem sollen im Rahmen des neuen Insektenschutzpaketes neue Streuobstwiesen und Grünlandgebiete angelegt werden. Es soll zukünftig verstärkt auf den Dialog und die Kooperation mit Landwirt:innen gesetzt werden um dem Insektensterben entgegen zu wirken.

Positive Nachrichten gibt es auch aus dem deutschen Bundestag. Bereits im Mai wurde eine neue Regelung verabschiedet, die die Erweiterung der Pfandpflicht in der Gastronomie vorsieht. Dadurch soll der Verpackungsmüll reduziert werden, indem Restaurants und Cafés ab 2023 alternative Mehrwegverpackungen anbieten müssen. Bereits seit letztem Samstag dürfen außerdem keine Einweg-Plastik-Produkte mehr in der Europäischen Union produziert werden. Das heißt, mit Einwegbesteck und -geschirr, Trinkhalmen und To-go-Getränkebechern ist jetzt Schluss.

Außerdem stimmen die Abgeordneten vergangene Woche mehrheitlich für ein neues Lieferketten-Gesetz ab, welches Unternehmen dazu verleiten soll, ihrer sozialen und Umweltverantwortung nachzukommen. Grüngewaschene Werbebotschaften reichen also in Zukunft nicht mehr, sondern es werden Bußgelder für Konzerne die ihre internationalen Zuliefer:innen nicht überprüfen, verhängt. Damit soll mehr Transparenz für Verbraucher:innen gesichert und unmenschliche sowie klimaschädliche Produktionsbedingungen nicht mehr toleriert werden. Die Instrumentalisierung von „grüner“ Werbung lässt außerdem darauf schließen, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten wächst und ein Interesse an nachhaltigeren Produkten seitens der Konsument:innen wächst.

Um den sich in den letzten Jahrzehnten angesammelten Unmengen an Müll etwas entgegenzusetzten gab es im vergangen Jahr außerdem unzählige kreative Projekte. Wem das Warten auf Verbote der Politik zu lange dauert, legt selbst Hand und so entsteht in Panama seit Anfang 2020 ein Dorf aus Plastikflaschen. Auch Ghana sagt dem Plastikmüll den Kampf an. Die in diesem Jahr gestartete Initiative PlasticPunch führt in der Hauptstadt ein Recyclingsystem ein, schafft damit Jobs und reinigt in großem Stil die verschmutzen Strände an der Atlantikküste. Andere Organisationen und Unternehmen setzen auf freiwilliges Müllsammeln ihrer Kund:innen und motivieren diese, indem sie wie eine dänische Initiative kostenlos Kajaks verleihen wenn als Gegenleistung Plastikabfall aus dem Wasser gefischt wird. Die Initiative wurde bereits auf viele Städte wie beispielsweise Berlin ausgeweitet und im letzten Jahr wurden dadurch insgesamt über 3,1 Tonnen Müll aus den Gewässern geholt. Das sind durchschnittlich 4,2 Kilo pro Fahrt.

Bei allen Krisen mit denen wir konfrontiert werden und bedrückenden Schlagzeilen die im Netz kursieren habe ich es daher als sehr motivierend empfunden, mich mit den guten News der letzten Zeit zu beschäftigen und das waren noch lange nichts alle. Aus den unterschiedlichsten Ecken klingen positive Töne und lobenswerte Entwicklungen an. Würdet ihr euch in Zukunft mehr solcher positiver Nachrichten von Spotlight wünschen? Und was ist euch in der letzten Zeit an schönen Neuigkeiten besonders nahe gegangen?

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